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Na… ist die dritte Frau? Und hat sie den Mord begangen?Waren die anderen Frauen wirklich so ahnungslos? Glaubt ihr’s? Schließlich ist der Mann tot…

„Sie haben zwischen September und Oktober fast täglich miteinander telefoniert. Das war doch nicht nur beruflicher Natur?“ fragte Yannick.

Eva Weiße rutschte auf ihrem Stuhl hin und her und schaute Tanja an.

„Das ging weit über Mieter-Vermieter-Verhältnis drüber naus, oder?“ fragte auch Tanja

Eva rollte eine Träne über die Wange und nickte.

„Wir liebten uns innig. Wir hatten da eine spirituelle Verbindung. Wissen sie wie das ist?“

„Was ist passiert?“ fragte Tanja ruhig.

„Ich weiß es nicht. Wir hatten die letzte Nacht bevor er nach Syrien musste mit einander in seinem Haus verbracht. Ich war anschließend duschen und als ich wieder kam. Da war er weg. Ich konnte ihn nirgends finden. Ich hatte Angst und fuhr nach Hause. Ich dachte, er könne mich nicht verabschieden. Und als ich dann vor vier Tagen die Besichtigung machte, da war diese Leiche. Da war er. Zu mindestens hatte Diese tote Person in dem Sessel seine Kleidung an.“

Tanja und Yannick tauschten Blicke aus.

„Gehen wir den zeitlichen Ablauf mal durch“, meinte Yannick.

„Wann sind sie bei Stevens Haus eingetroffen?“

„Gegen um 6.“

„Wann sind sie gegangen?“

„gegen 21Uhr. Ich weiß, dass nicht mehr so genau. Sie müssen mir glauben: ich habe mit dem Tot von Steven nichts zu tun. Ich wollte mich scheiden lassen und ihn heiraten.“

„Hat ihr Mann, dies gewusst?“ Fragte Tanja

„Nein, wissen sie, wir sind Katholiken. Meine Mutter schwer krank. Es würde ihr das Herz brechen, wenn sie das gewusst hätte.“

„Sie ist tot?“ fragte Yannick.

„Ja, letzten Monat gestorben. Sie hatte Blutkrebs,“ antwortete Eva Weiße.

„War ihr Mann Zuhause als sie am Tattag heim kamen?“ erkundigte sich Tanja und hatte da so ein Bauchgefühl.

„Nein, ich glaube nicht. Ist er meistens nicht. Er ist Anwalt und macht die Kündigungsschreiben und alles, wenn Mieter nicht zahlen. Da hängen Fristen dan. DA kommt es ab und an vor, dass er bis Mitternacht sitzt und arbeitet. Er müsste aber auch jeden Moment kommen. Er vertritt mich.“

„Dann machen wir lieber mal eine kurze Pause, bis ihr Mann da ist, ok?“ sagte Tanja.

Eva nickte. Tanja und Yannick gingen auf den Flur.

„Kannst du mal, ob du herausbekommen kannst, wo sich Herr Weißes Handy am Abend des 01.11. eingewählt hat?“ fragte Tanja.

„Muss ich mal schauen. Möglich wäre es“, meinte Yannick und lief sofort Richtung Büro.

 

Tanja drehte sich wieder um und erschrak, weil Daniel hinter ihr auftauchte.

„Bist heute schreckhaft. Wie läuft’s mit Eva Weiße?“

„Ich habe da so ein Gefühl“, meinte Tanja nachdenklich.

„Kann man sich darauf auch verlassen? Ich habe nochmal mit dem Vorgesetzten gesprochen. Steven hatte einen Soldaten Geld und ein großes Bündel Brief mitgegeben mit der bitte sie an Luise und Melanie zu schicken. Nicht an Eva.“

„Krass“, antwortete Tanja.

„Und es kommt noch besser. Steven hatte in seiner Garage Fließen aus dem Boden gebrochen und sich ein geheimes Versteck angelegt. Da waren 50.000€ und ein gefälschter Reisepass“, erzählte Daniel weiter.

„Er war ein Heiratsschwindler. Das meinte Melanie Schneider mit ‚in ihn investiert‘“, Tanja wurde es mit einem Schlag klar, wie der Hase lief.

„So viel zum Thema spirituell verbunden“, meinte Daniel. Tanja schaute an Daniel vorbei und sah wie ein Mann im grauen Anzug den Korridor vorlief.

„Ullrich Weiße, Mann und Anwalt von Eva Weiße. Wo finde ich meine Frau?“

„Gleich hier“, meinte Tanja und zeigte auf die Tür.

„Ich sag es ihnen gleich, ich Frau sollte lieber gestehen, wir können alles beweisen“, platzte es aus Tanja raus.

„Das musste jetzt sein“, meinte Daniel zu Tanja als Herr Weiße im Verhörraum grinsend verschwand.

„Warum grinste der so“, fragte Daniel und Tanja zeitgleich.

„Ich kann es euch sagen“, meinte Yannick hinter ihnen.

„Er war dort und hat telefoniert. Das Beste, er hatte das Diensthandy auch bei sich, was auch seine Frau für Außentermine nutzt“, sagte Yannick.

„In wie fern nützt uns dieses Wissen?“ fragte Tanja.

Yannick grinste breit und antwortete: „Frau Weiße hat viel Zeit dort verbracht und die Routerdaten von Zimmert ins Handy gespeichert um W-Lan Zugriff zu haben. Das Diensthandy hat sich am 01.11. gegen 19 Uhr eingewählt als es in Reichweite des Routers war.“

„Wir habe sie.“

 

„Wieder ein gelöster Fall“, sagte Tanja und nahm einen Schluck von dem Schokocappuccino, den Vanessa zubereitet hatte.

„Da gehört aber auch ganz schön was dazu, wenn man den Liebhaber seiner Frau umbringt, vergräbt und anschließend wieder ausgräbt, um die Ehefrau zu beschuldigen.“ Vanessa rührte ihren Cappuccino noch fachmännisch um.

„Ich würde sagen: purer Hass. Seine Frau hat ja fast 10.000€ von Mieteinnahmen verschwinden lassen.“

Tanjas Handy klingelte auf einmal.

„Oh, warte. Es ist Daniel. Richter. N e i n… echt? Gratuliere ihr. Das wird wohl das Beste sein. Ciao.“

Vanessa schaute gespannt Tanja an.

„Bei unserer Annahmekraft war grade eine Frau, die meinte die Verlobte von Steven Zimmert zu sein.“

„Ohne Worte“, meinte Vanessa und trank ihren Cappuccino.

 

Ende