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Es ist scheinbar die liebste aller Fragen, die anderen Menschen auf der Zunge liegt, wenn sie mich kennenlernen. Deshalb möchte ich euch allen, die diese Frage und noch eine andere, die meist daraus resultiert, beantworten

Wie bist du zu deinen ganzen Löchern gekommen?

Ich bin die typische Mädchenlaufbahn gegangen – Meine Eltern haben mich im Sommer 1994 (ich war 4 Jahre) zum Bijou Brigitte geschleppt und Zack ich hatte die Standardlöcherung: links und rechts je ein Stecker.
Danach hatte ich wahrscheinlich ein Trauma – bis 2001 passierte dann gar nichts mehr.

Ab 2002 kam die große Wandlung – ich wollte auf jeder Seite 3 Löcher um alle meine Ohrstecker und Ohrringe tragen zu können. Also wieder zum Bijou Brigitte und das Maximale, was ein Schmuckladen stechen darf, bestellt -an einem Tag zwei Löcher auf jeder Seite (ich sag euch, ihr wisst nicht wie ihr die erste Nacht schlafen sollt…).

2003 ging es auch zum Piercer (ich gehe noch Heute in das Studio zum Tätowieren ) und verpasste mich gleich noch ein Bauchnabelpiercing – der Meilenstein, um die Liebe zur Nadel zu entwickeln, war gelegt.

Weil ein bisschen Schwermetall nicht schaden kann, entschloss ich mich 2005 mir noch zwei  Ohrlöcher auf der linken Seite zu zulegen.

In der Schule gibt es ja nichts -und zwar wirklich nichts -Schlimmeres als Schmuck im Sportunterricht zu tragen – also nichts mit noch mehr Piercings.

2013, nachdem ich eigentlich jeglichen Mist mit Sport hinter mir hatte (dachte ich zu mindestens), begann ich meine Tätowierungen zu skizzieren – ja, alles Eigenproduktion – und mich mit Dehnen, Tunnel und Plugs aus einander zu setzen.

Mein erster Ausbilder, ein Alter klappriger Kautz mit festen katholischen Glauben, fragte mich ernsthaft, ob ich bekloppt sei, meinen Körper zu verstümmeln – äh Hallo?! Ist ja jetzt nicht so, dass man(n) das nicht zum Vorstellungsgespräch hätte sehen können, oder?

So 2014: selbe Ausbildung, neue Kanzlei – Teil 1 und 2 meiner Tattoos ist auf der Haut und ich beginne mit 1,2mm Dehnung – im selben Monat ging es noch auf 1,6mm und 2mm… das war dann aber doch zu schnell, also 4 Wochen Pause. (Das sollte man sowieso machen: pro Millimeter 2 bis 3 Wochen ruhe).

Zwischen 6mm und 8mm musste ich fast 8 Wochen warten, weil mein Bindegewebe viel zu straff ist und der Dehnstab beim ersten Mal nicht durch wollte 😦

Mittler Weile bin ich jetzt bei 12mm und dehne nicht mehr weiter. Ich habe sehr straffes Gewebe und die letzten 2 mal Dehnen waren auf jeder Seite der pure Hass gewesen.

2016 habe ich auch keine weiteren Piercings mehr stechen lassen – der Platz meiner Ohrenaußenkante ist voll (zumindestens links) und durchs Innengewebe oder das gesamte rechte Ohr wollte ich auch nie. Dafür habe ich die Tätowierung auf dem Oberschenkel fertig und eine Verbindung zwischen Wade und Schenkel  stechen lassen.

Wie ist die Pflege?

Pflege ist bei allem Körpermodifikationen absolut wichtig.

Eine Tätowierung braucht circa 8 Wochen bis die zerstochene Haut sich wieder regeneriert hat. Der Heilungsprozess beim Ohrloch, wenn es mit Hohlnadel gestochen wurde auch etwa 6 bis 8 Wochen, wo nur Chirurgenstahl getragen werden sollte. Wurde das Ohrloch gestanzt (also im Schmuckladen gemacht) dauert es „nur“ 4 Wochen, aber die Gefahr, dass die Nervenenden mit weggeknipst sind ist auch etwas höher :/

Gedehnte Lobes sollten täglich (grade bei Titan und Chirurgenstahl – stinkt sonst wie die Pest) rausgenommen werden und mit apothekenüblichen Wasserstoffperloxid gereinigt werden. Bei Menschen mit sehr festen Bindegewebe sollten auch regelmäßig mit Öl das Ohr massieren, damit kein Spannungsschmerz entsteht.

Jetzt noch ein paar Fotos (noch mit langen Haaren):

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