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So meine lieben Leser und Leserinnen. Ich war ja echt überrascht, dass die letzte Buchvorstellung innerhalb der ersten 6 Stunden schon fast 20 mal geklickt wurde – deshalb bleibe ich dabei das ein oder andere Buch vorzustellen.

Das heutige Buch ist auch wieder aus einer Buchreihe. Mittler Weile sind es 6 Bücher mit der Tendenz: es kommen bestimmt noch weitere Bücher.

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Die harten Fakten zum ersten Buch „Die Flüsse von London“:

 

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft; Auflage: 2012 (1. Januar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423213418
ISBN-13: 978-3423213417
Originaltitel: Rivers of London

Der Klapptext:

„Peter Grant ist frischgebackener Police Constable, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erste in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben… Alles ziemlich aufregend. Und der Papierkram!“

Ben Aaronovitchs Roman „Die Flüsse von London“ waren ein spontaner Verzweiflungskauf, weil der Thaliagutschein in 3 Tagen ablaufen wollte, aber einer meiner besseren Buchkäufe. Aaronovitch war mir bis dahin komplett unbekannt, was allerdings nicht verwunderlich war: „Die Flüsse von London“ ist war ja schließlich sein erster Roman, der auf dem deutschen Markt veröffentlich wurde. Vorher arbeitete Aaronovitch hauptsächlich als Drehbuchautor, unter anderem für die Serien Doctor Who (auf diese Serie macht er ja auch öfters Anspielungen).

Angesichts seines Geburtsortes überrascht es nicht, dass Aaronovitch London als Handlungsort für Buchreihe um den Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant wählte.
Peter stöbert während einer ganz normalen Mordermittlung (Mord ist ja sowas von normal geworden) den einzigen Augenzeugen der Tat auf. Es gibt da nur ein ganz kleines Problem: Der Zeuge ist ein Geist. Diese Begegnung, verändert Peters Leben drastisch: er wird kurzerhand in die Einheit von Inspector Thomas Nightingale versetzt und findet sich als Londons erster Zauberlehrling seit 50 Jahren wieder. Plötzlich muss er sich damit abfinden, dass sich in London Götter, Vampire und Geister tummeln und dann ist da ja auch immer noch der Mordfall.

„Die Flüsse von London“ stellt einen völlig anderen Vertreter des Genres Urban Fantasy dar als all die Romane mit einer starken Heldin im Mittelpunkt. Es beginnt schon damit, dass der Protagonist Peter Grant kein typischer Held ist. Er ist kein Charakter von dem man erwarten würde, dass er den Tag rettet, genau genommen ist er nicht mal ein besonders herausragender Polizist. Sein Blick auf die Welt inklusive all ihren übernatürlichen Erscheinungsformen gleicht dem Blick durch ein Mikroskop; Grant interessiert sich immer für das Wie und Warum. Aaronovitch versäumt es nicht, ihn dadurch als leicht ablenkbar darzustellen; eine Eigenschaft, die ihm zwar manchmal zum Nachteil gereicht, ihn jedoch auch umso sympathischer wirken lässt.
Peters Umgang mit dem Übernatürlichen selbst ist zum schreien komisch. Nie flippt er aus, nie reagiert er hysterisch; er nimmt die Dinge einfach, wie sie sind und hat nur wenig Schwierigkeiten, diese in sein Weltbild zu integrieren, wie erschreckend sie auch sein mögen. Ich fand es unglaublich erfrischend, dass es keine einzige Situation gibt, in der Peter eine Sinnkrise bekommt und sich unter Wut und Tränen fragt, wo das alles hinführt, was es bedeutet und wie er damit zurecht kommen soll.

Die Hauptlinie der Handlung ist ein typischer und spannender Kriminalfall; der Leser begibt sich zusammen mit Grant auf die Suche nach einem durchgedrehten Mörder, der ganz eigene Motive für seine Taten hat. Dabei gefiel mir sehr gut, dass man immer genau auf dem gleichen Stand bleibt wie Peter. Leser und Protagonist befinden sich dadurch auf Augenhöhe; man teilt seine Verwirrung, seine Unwissenheit, aber auch seine bereits erwähnte Neugier und das Bedürfnis, den Täter unbedingt schnappen zu wollen. Die meisten Krimis bringen den Leser in eine privilegierte Position (oft weiß man mehr als der Ermittler). Das ist in „Die Flüsse von London“ nicht der Fall, man brütet quasi neben Peter über den Hinweisen und versucht, das Rätsel zu lösen.

Nach „Die Flüsse von London“ bin ich zum Aaronovitch-Fan mutiert. Ich kann dieses Buch allen Liebhabern des englischen Humors empfehlen, ebenso den Anhängern aller Fantasy-Genres.