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Wikipedia hat ja gleich zwei unschlagbare Definitionen von Perspektive: „die zeichnerische Darstellung, die mit bestimmten Mitteln den Eindruck von Räumlichkeit hervorruft“ und „Sicht von einem bestimmten Punkt aus.

Klingt schön, ist sehr theoretisch und für viele nicht verständlich – aber warum?

Das ist wie der Grammatikteil im Deutschunterricht, wenn man mit 6 Jahren eingeschult wird, hat man seine Muttersprache schon perfekt gelernt. Man verwendet Subjekt und Prätikat korrekt und nimmt ohne darüber nachzudenken das richtigen Pronomen zum Objekt 3. oder 4. Fall.

In der Kunst ist es nichts anderes: Wir kennen unsere Welt persektivisch korrekt. Zum Horizont hin sehen wir die Farben der Welt blasser. Die Bäume einer Baumallee werden zum Horizont hin kleiner. Die Straße wird zum Horizont hin schmaler bis sie nur noch ein Punkt ist. Und weil wir die Dinge immer richtig sehen, sehen wir verdammt schnell, wenn etwas nicht passt.

Ich habe es schon bei dem Post 15 Tipps gesagt und sage es jetzt wieder: Wenn ich einen Apfel, einen Menschen oder eine Landschaft zeichne, dann habe ich die Zeichnung von einem Apfel, einem Menschen oder einer Landschaftsszene und nicht das Objekt selbst neu geschaffen. Ich kann den Eindruck von Räumlichkeit entstehen lassen, wenn ich mit Persektive spiele, aber deshalb kann niemand in das Blatt Papier greifen und den Gegenstand berühren.

Hier öchte ich euch heute drei gängige Perspektiven vorstellen, von denen man öfters in Schule und Ausbildung hört.

Isomerie

Das kennen wahrscheinlich die meisten aus dem Mathematikunterricht unter dem Namen kavalierperspektive.
Ausgangspunkt ist eine rechteckige Fläche.

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Deren Linien im 45° Winkel nach rechts hinten verlaufen (die Linien sind verkürzt dargestellt – um genau zu sein halb so lang, wie sie tatsächlich wären)

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Wenn wir jetzt die Linien der Fläche nach hinten verschieben haben wir einen Quader gezeichnet.

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Einpunktperspektive

Die Linien, die nach hinten zum Horizont gehen, fliehen alle in einem auf dem Horizont gelegenen Punkt. Die Waagerechten Linien verlaufen parallel zur Horizontlinie und bilden mit den senkrechten Linien rechte Winkel.
Auch hier fängt man am besten einer rechteckigen Fläche an und macht ein unauffällige Pünktchenlinie Richtung Fluchtpunkt. Nein, wir nehmen kein Lineal dafür, denn dann üben wir nicht effektiv und verbessern uns auch nie.

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Auch hier bekommen wir einen Quader raus. Das optisch hintere Rechteck ist kleiner als das Erste, hat aber eine identische Form.

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Zweipunktperspektive

Die Linien, die nach hinten zum Horizont gehen, fliehen zu zwei verschiedenen Punkten auf der Horizontlinie. Ziel dieser Darstellung ist es Objekte abzubilden, die schräg zum Betrachter stehen.

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Die senkrechten Linien bilden weiterhin einen rechten Winkel zur Horizontlinie.

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Ihr fragt euch jetzt bestimmt: Warum zeichnet sie keine verdeckten Linien? Die antwort ist ganz einfach: in 99% aller Fälle zeichne ich kein durchsichtiges Glas -> Warum sollte es mich dann interessieren was hinter den Flächen passiert. Tipp 16: Denkt nicht um jede mögliche Ecke. Es behindert einen nur am zeichnen und kreativ sein.

 

Desweiteren gibt es auch noch die Dreipunktperspektive und die Nullpunktperspektive.

Bei der Dreipunktperspektive verlaufen die senkrechten Linien zusätzlich noch zu einem Punkt der sich weiter über oder unter der Horizontlinie befindet. Diese Perspektive braucht man beim Zeichnen, wenn man die Vogel- oder Froschperspekte verwenden. Dazu wird es aber noch einen eigenen Post geben.

Bei der Nullpunktperspektive gibt es, wie der Name schon sagt, gar keinen Fluchtpunkt. Die Expressionisten verzichten ganz bewusst bei ihren Landschaftsstudien auf die Perspektive. Es gibt dennoch verschiedene Ebenen nach Hinten und Pbjekte verdecken weiterhin die Dinge, die sich hinter ihnen befinden.

Da wünsche ich euch noch einen schönen Wochenstart
Laura