Schlagwörter

, , , , , ,

Hier muss ich erstmal mit einer kleinen Story anfangen. Alle meine Lieblingspullis sind Strickstücke aus dem Hause Mama. Meine Mutter kann ja stricken wie ein Meister und wir beide nehmen Maschen meistens nach Gefühl auf.

Weil ich mehr der Mensch für Schals, Mützen und Stulpen bin, kam meine Mutter mit einer Strickanleitung für Mützen an. Ein Modell hatte es ihr besonders angetan und sie fragte ob ich das Ding nachstricken würde.
Es kam der kleine, aber deutliche Wink: Hallo, in einem Monat ist mein Geburtstag. – Ok, ich mach’s.

Die besagte Anleitung wollte ein Knäul Wolle für die Nadelstärke 2,5-3,5. Ja, das ist so die dünne Standardwolle, die man in jedem Pfennigpfeiffer bekommen kann, aber gut.
90 Maschen für einenn Kopfumfang von 58 cm. Hier stutzte ich schon einen kurzen Moment. Ihr erinnert euch sicherlich an meine Sommerbeanie: hatte auch 90 Maschen, war aber eine wesentlich dickere Wolle.

Ok, ich nahm 90 Maschen auf und strickte erstmal den Bund mit breiten Rippen. Nach ungefähr 12 Runden (also circa 4 cm) dachte ich mir: Laura, die Mütze ist für Schrumpfköpfe oder eine Bauchbinde für Katzen, aber keine Mütze, die deiner Mutter passt.

Wer sich auf andere verlässt, strickt zweimal.

Strick ist auf jeden Fall denbarer als Stoff, aber auch Wolle irgendwo ein Dehnende.
Das gleiche gilt auch bei zuvielen Maschen. Euer Strickbild zieht sich zwar ein Stück zusammen, aber wo eine Masche ist, ist keine zweite.

Wenn ihr überlegt euer erstes großes Stück zu stricken (ich sag euch eine Mütze aufzumachen und neu zu machen ist etwas anderes als einen ganzen Pullover ein zweites mal zu stricken – den kracht ihr in die Ecke und schaut ihn ein Jahr lang nicht wieder an) geht in den Laden und nehmt das Knäul in die Hand. Ist das Knäul schwer? Überlegt euch, wenn ihr zwei oder gar drei Knäule braucht, wie schwer Pulli oder Poncho werden könnten. Tragt ihr das Stück dann auch?
Wie fühlt sich der Faden an. Rau? Hart? Das willst du nicht auf der Haut haben.
Schaut euch die Wolle gegen das Licht an. Seht ihr feine Fusseln? Diese Wolle kann sich leicht verfitzen.

Auf der Bandarole steht immer eine Angabe für eine Maschenprobe. Wenn ihr euch für eine Wolle entschieden habt, dann nehmt mal die Zahl der Maschenprobe + 10 Maschen extra auf und strickt circa 5 Reihen mehr als vorgegeben glatt rechts.
Habt ihr das gemacht, legt die Probe auf den Tisch. Bitte nicht in Form ziehen oder ähnliches. Nun egt ihr ein Lineal dadrauf. Entgegen vieler Anleitungen bin ich strickt dagegen an den Rand anzulegen – Anfänger haben sehr lockere Randmaschen und nehmen relativ straff Maschen auf.
Steckt einmal bei 0 cm und einmal bei 10 cm jeweils eine Stecknadel ein und zählt die Maschen dazwischen aus. Das Gleiche macht ihr mit der Höhe.

Ihr habt euren individuellen Maschenverbrauch. jetzt nehmt ihr ein Metermaß zur Hand und nehmt Maße. Messt Hüfte und Brust und schaut wieviel mal das eure Maschenprobe wäre.
Falls ihr ein Muster stricken möchtet, das einen Raport benötigt, dann habt ihr zwei Möglichkeiten:
1: Ihr lasst links und rechts X Maschen als Rand.
2: Ihr nehmt entsprechend nochmal Maschen zu.

Beispiel 1:
Meine Maschenprobe hat 21 Maschen ergeben Stricken möchte einen Pulli, wo ich einen Umfang von 90 cm brauche.

9×21=189 Maschen -> komische Zahl

Mein Wunschmotiv hat einen Raport von 16

16*11=176
16*12= 192

In diesem Fall würde ich die 3 Maschen mehr aufnehmen. Also 192 Maschen. Die tuen niemanden weh und der Pullover mutiert nicht gleich zum Sack. Ich kann in Runde stricken, da bruache ich nichts weiter zu beachten. Wenn ich jedoch auf zwei Nadeln, sprich ein Vorderteil und einen Rücken stricke, dann muss ich pro Nadel 2 Maschen nochmal hinzunehmen – das sind Wendemaschen.

Beispiel 2:
Meine Maschenprobe hat 21 Maschen ergeben Stricken möchte einen Pulli, wo ich einen Umfang von 90 cm brauche.

9×21=189 Maschen -> wieder diese komische Zahl 😉

Mein Wunschmotiv hat einen Raport von 20

20*8=160
20*9=180
20*10=200

200 Maschen sind bei dickerer Wolle definitiv zu viel. Mit 190 entsprecht ihr vollkommen den Maßen, die ihr genommen habt.
Wenn ihr Vorne und Hinten getrennt strickt, strickt ihr vorne 7 rechte Maschen 4 mal euer Motiv 7 rechte Maschen und hinten 8 rechte Maschen 4 mal euer Motiv 8 rechte Maschen.
Da ich keine Masche teilen kann oder hälftig stricken kann und zu jeder Seite 15 Maschen zur freien Verfügung stehen, habe ich mich entschieden vorne eine Masche zu sparen und hinten ranzusetzen.