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Papier ist nicht gleich Papier. Tatsächlich lassen sich mehrere tausend Papiersorten in den unterschiedlichsten Läden finden und die Hälfte aller Angaben auf dem Block lassen sich schwer deuten.

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Die breite Vielfalt ergibt sich nicht nur durch unterschiedliche Farben und Stärken, sondern vor allem durch die verwendeten Rohstoffe und deren Zusammensetzung. Diese Rohstoffe bestimmen Eigenschaften wie Reißfestigkeit, Beständigkeit und Oberflächenbeschaffenheit des Papiers.

Durch zusätzliches Beschichten der Oberfläche mit Harz, Paraffin, Wachs lassen sich noch mehr Unterarten herstellen. Ihr merkt schon, dieses Thema ist ein Schwanz ohne Ende.

Hier habe ich euch die Unterschiede einiger Papiersorten zusammengestellt:

Dokumentenpapier
Dieses Papier enthält meist einen hohen Baumwollfaseranteil, der das ganze reißfester und weicher macht. Dadurch ist das Papier extrem widerstandfähig und eignet sich zum beinahe täglichen „begrabschen“ – das klassische Beispiel wäre also der Geldschein.

Fotopapier
Fotopapier ist ein mit einem Weißpigment vollgeleimter Karton, was einen höheren Schwarz-Weiß-Kontrast ermöglicht. Das Papier ist mit einer Gelatine-Fotoemulsion beschichtet.

Gummierte Papiere
Das sind Papiere, die mit einem Klebstoff (Gummi) beschichtet sind. Klassisches Beispieles sind Etiketten.

Holzfreies Papier
Dieses Wort ist ja mein persönlicher Hass. Warum? Holzfrei ist doch gut für die Umwelt! Nein, weil Holzfrei heißt nicht Baumfrei. Holzfrei ist absolut irreführend. Der Holzbrei wird mit viel Wasser und noch mehr Chemikalien gekocht. Der Zellstoff, der übrig bleibt, ist dadurch frei von Lignin und Hemizellulose und vergilbt dadurch nicht mehr, aber Bäume werden dafür trotzdem gefällt.

Kraftpapier
Kraftpapier ist ein extrem reißfestes Papier, das für Verpackungen und Papiermüllsäcke verwendung findet. Den hohen Belastungswiederstand verdankt es seinem Zellstoff aus Nadelhölzern.

Pergamentpapier
oder auch Transparentpapier ist ein fettdichtes und auch nass sehr reißfestes Zellstoffpapier. Die Fettdichtheit wird durch Zermahlen der Zellstofffasern erreicht.
Seidenpapier, das von Schneidern verwendet wird, wird auch zu den Transparentpapieren gezählt, ist jedoch kein Transparentpapier.

Recyclingpapier
Dieses Papier wird aus Altpapier und Pappe hergestellt. Die Herstellung benötigt nur ein Drittel Energie und Wasser, welches zur Neuproduktion gebraucht wird. Die Reißfestigkeit und Qualität von Recyclingpapier ist dafür geringer. Meistens werden wieder neue Fasern zugeführt, damit die Qualität wieder steigt. Recyclingpapier, welches zu 100% aus Altpapier erzeugt wurde, wird in Deutschland mit dem Siegel „Blauer Engel“ zertifiziert.