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Hallo ihr Lieben,

ersteinmal etwas über die Materialien, die so verwende, wenn ich zeichne.

Ich oute mich jetzt und hier als Feind eines jeden Laden für Künstlerbedarf. Das liegt weniger an meiner sozialen Phobie, als an der Tatsache, dass ich ungerne unnötig Geld ausgebe.

Papier

Im Laden gibt es Papier in jeder Form und in jeglicher Farbe.

Beim Skizzieren braucht man weder teures noch spezielles Papier.

Mein Tipp: nehmt Recyclingpapier oder Papier aus umweltfreundlicher Herstellung. Sie sind günstiger und meistens im 50-Blatt-Block erhältlich.

Beim Colourieren steigt ihr dann auf spezielles Papier um.

Bei Farbe aus der Tube oder dem Näpfchen(siehe weiter unten) braucht ihr stabiles und saugfähiges Papier. Praktisch ist hier ein Künstlerblock. Das Papier ist meist holzfrei und wiegt zwischen 180 und 300g/m² -> ideal für Wassermalfarbe, Aquarell und Acryl.

Arbeitet ihr mit Marker braucht ihr nicht blutendes Markerpapier (Ok, hier müsste man doch in Läden für Künstlerbedarf oder Onlinehändler). Oftmals besitzt der Hersteller von Marker eigenes, für die Marker abgestimmtes Papier. Ihr müsst nicht von jeden Hersteller das Papier extra kaufen. Sehr gut ist Copic. Sehr günstig ist Deleter. Ich persönlich nutze Copic-Papier.

Bleistift

Die Wahl des richtigen Bleistiftes ist wie die Wahl der Schulsachen. Schlicht, einfach, langweilig und perfekt in der Handhabung. Ein Bleistift braucht keine bunte Klebefolie, er braucht auch keinen Erdbeergeruch, er braucht auch keinen Tierkopf am Ende und er muss genauso wenig biegsam wie Gummi sein.

Zum Zeichnen benötigt ihr Stifte mit den Härtegraden 3B bis 4H. Sie sollten eine bruchsichere Mine haben. Einen Radierer am Ende brauchen sie nicht extra zu haben- ist billig, weich und ruiniert eure Zeichnung.

Sehr gute Stifte gibt es bei Faber und Koh-i-noor. (Beide sind von sehr guter Qualität. Faber ist teurer und koh-i-noor fällt günstiger aus.)

Für die, die nicht Weltmeister im anspitzen werden wollen: es gibt auch Druckbleistifte. Die Minen sind häufig HB-Minen in den Stärken 0,3mm, 0,5mm und 0,7mm. Die Mine 0,7 ist stabil und reicht für ungefähr 10-20 Zeichnungen. 0,3 ist sehr bruchanfällig, wenn man zu viel Druck ausübt. Meine neuste Erkenntnis (danke ans Steuerbüro) ist: es gibt auch Minen mit B-Härte für  0,5mm.

Buntstift

Mein erster Tipp: kauft keine Stifte für den Schulbedarf. Sie taugen nichts.

Kauft am besten von den Marken Faber oder Koh-i-noor. Von Koh-i-noor kostet das 72-Stifte-Set ungefähr 25€ plus Versand.

Ob du Buntstifte oder Aquarellstifte für dein Kunstwerk verwendest ist  davon abhängig, welche Effekte du erzielen möchtest. Bundstifte besitzen die gleichen Eigenschaften wie Aquarellstifte, nur mit dem kleinen Unterschied, dass Aquarellstifte nicht wasserfest sind. Mit Aquarellstiften kannst du sogenannte Wischeffekte erzielen-heißt aber gutes und dickes Papier zu nehmen, da ihr sonst Wellengang habt.

Radierer, Spitzer und andere Utensilien

Da die Erfindung des Druckbuntstiftes auf sich warten lässt, sollte ihr mindestens zwei Spitzer besitzen. Einen für helle Minen und einen für dunkle Minen. Es gibt nichts schlimmeres als mit Sonnengelb anzusetzen und Holzbraun zu bekommen.

Die Schneide muss scharf sein, da sonst das Holz, welche die Mine schützt, beschädigt wird.

Spitzt niemals über eurer Zeichnung (auch nicht, wenn ihr einen Spitzer mit Auffang besitzt). Die Splitter der Mine könnten auf eurer Zeichnung landen und unschöne Striemen hinterlassen.

Für großflächiges radieren nehmt ihr am besten einen handelsüblichen Radierer. Ist eine Stelle zu dunkel geworden, tupft (nicht reiben) mit einen Knetgummi über die Stelle. Um eine Linie zu entfernen oder um Ränder zu säubern greift zum Radierstift.

Die meisten Radierstifte besitzen, wie auch normale Radierer, zwei Seiten. Eine härtere für weichen Bleistift und eine weichere für harten Bleistift.

Mit einem Papierwischer könnt ihr Übergänge und Schattierungen weicher aussehen lassen.

Kreide und Kohle

Für die Mangafigur nicht geeignet, aber perfekt, wenn man einen Hintergründe gestalten möchte. Auch für spezielle Effekte auf der Kleidung sind  Kreide und Kohle nette Helferchen.

Legt immer ein zweites Blatt auf den fertigen Teil des Bildes. Verwischungsgefahr!!! Als Rechtshänder von links nach rechts und als Linkshänder von rechts nach links arbeiten. Ebenso von oben nach unten arbeiten.

Haltet eine Flasche Haarfestiger bereit um das Fertige zu fixieren. Zum Schluss dann noch einmal über das  gesamte Bild. Wie auch bei euren Haaren aus 20 bis 30cm Entfernung sprühen – ein gut gelüfteter Raum schadet auch nichts.

Bei Kohle solltet ihr je einen Stift soft, medium und hard besitzen. Lieber Stifte mit Holz umwickelt kaufen als Fingerabdrücke zu riskieren ^^ .

Wachsmalkreide lässt sich nicht korrigieren, muss aber auch nicht fixiert werden. Ich denke, sie ist nicht für Anfänger geeignet, da man das fertige Bild vor Augen haben muss.

Tusche und Feder

Ob zum Schreiben, malen oder Zeichnen, die Tusche und Feder  sind die ältesten Werkzeuge der Menschen, wenn Gefühle auf Papier sollen.

Mit Tusche zu arbeiten, macht nur Spaß, wenn man eine gute Ausstattung hat.

Was macht eine Ausstattung aus?

Nun ja, Schreib- und Kaligraphiefedern sind zu breit um Outlines zu zeichnen und handelsübliche Federn für den Schulunterricht klecksen sehr schnell. Glasfedern geben gleichmäßig Tusche und klecksen nicht, aber die Linie variiert nicht. Sie sieht aus, wie mit einem Tuschestift gezeichnet. Das ist nicht unserer Ziel, sonst könnten wir auch gleich mit Finliner arbeiten.

Bei Tusche geht alles was wasserfest und deckend (oder bei Wunsch transparent) ist. Was man der Tusche nicht ansehen kann ist, ob sie alkoholfest ist, wenn ihr mit Marker colouriert. Deshalb solltet ihr erst die Fläche ausmalen und dann an der Tuschelinie entlang ausmalen.

Fineliner

Die Handhabung mit  Fineliner braucht weniger Übung als der Umgang mit der Feder. Die Stifte gibt es von der Stärke 0,03 bis 2,0 und auch mit Pinselaufsatz.

Außerdem gibt es sie auf Tuschebasis, also wasserlöslich, oder auf Gelbasis, d.h. sie sind wasserfest.

Richtig brauchbar sind die Stärken 0,05 und 0,2. Für große Zeichnungen, die über A4 gehen könnten 0,4 und 0,8 nützlich sein.

Achtet beim kauf darauf, dass die Stifte farbecht sind-nichts sieht schlimmer aus als rostrote bis blaulilane Outlines nach einem Jahr. Bei der Arbeit mit Marker sollten sie extra noch wasserfest sein.

Die Multiliner von Copic sind wasserfest, markerfest, farbecht und besitzen eine lange Lebensdauer (meine habe ich vor 4 Jahren gekauft).

Neopiko line von Deleter gibt es im 10-Set (0,03 bis 2,0) ist auf Tuschebasis und wasserfest. Lasst eure Outlines richtig gut trocknen! Habe es selbst erlebt, dass die Tusche mit Marker verwischen kann, wenn sie nicht trocken ist.

Marker

Marker sind der Inbegriff des streifenfreien Zeichnens. Um in den Genuss von gleichmäßig colourierten Flächen zu kommen, genötigt man spezielles Layoutpapier (siehe oben, Papier).

Der Markt wird zur Zeit von den verschiedensten Sorten überschwemmt. Deshalb sind folgende Kriterien zu beachten:

-die Marker sind auf Alkoholbasis (Wasserbasis macht streifen, oder braucht extra Papier)

-sind farbecht (es wäre schade, wenn der blaue Minirock rosa wird)

-haben mindestens zwei Minen (eine weiche pinselähnliche Mine und eine breite harte Fasermine – die kleine Fasermine kann zusätzlich unter der Pinselmine enthalten sein)

-beide Minen haben eine gemeinsame Farbkammer (wichtig! wir wollen doch mit dem selben Farbton arbeiten)

-sind nachfüllbar, wenn ich die Mine abmache

Copic Ciao Marker sind sehr gut, sehr teuer und in jedem größeren Schreibwarenladen oder Hobbyladen zu bekommen.

Die koreanischen Touch Marker wesentlich günstiger, lassen aber in der Qualität ein bisschen zu wünschen übrig. Preis ist dafür ca die Hälfte von Copic.

Neopiko ist eine neue japanische Marke und ist meines Wissens nur über Internet bestellbar ( Versand aus Deutschland, Schweiz oder Österreich). Günstiger als Copic und Topqualität.

Kauft auf jeden Fall einen farblosen Blender mit dazu. Er ist bestens geeignet weiche Farbverläufe zu erzielen.

Aquarell, Öl und Acryl

Aquarelle sind beim Manga zeichnen mit verbreitet. Man braucht Wasser, Pinsel und eventuell Spezialpapier. Beim Kauf müsst ihr darauf achten Lichtechte Farben zu bekommen, da es sonst passieren kann, dass die Farbe verblasst (sieht aus, wie ein grauer Schleier).
Mit Aquarellen lässt sich so gut wie alles malen. Bei kleineren Formaten reicht es sich Näpfchen zu kaufen. Wenn man vor hat über 1 Meter Seitenlänge zu malen sind Tuben praktischer, da man die Farbe nicht immer wieder neu anmischen braucht.

Acryl ist nach dem trocknen wasserfest und ihr könnt es nur noch mit übermalen korrigieren (also eine noch dickere Schicht drüber). Meiner Meinung nach ist Acryl nicht für Manga- allgemein nicht zum Porträtieren geeignet. Es ist eher was für Stillleben und Landschaften.

Mit Ölfarbe lässt sich eigentlich gut arbeiten. Statt Wasser braucht ihr Terpentin (Baumharz beziehungsweise Baumöl) zum verdünnen. Die Farben lassen sich gut auf Palette und Blatt mischen und sind in jeder Hinsicht Farbecht. Nachteil an Ölfarbe ist die Trocknungszeit von einigen Wochen bis hin zu 6 Monaten, wenn ihr auf Leinwand malt – deshalb legt immer ein Blatt oder Leinentuch auf den Teil der Zeichnung, wo ihr nicht arbeitet, da ihr sonst die Farbe verwischen könntet.

Sonstiges

Übung, Übung und ganz viel Übung.

Ich hoffe es hat euch ein bissel bei der Entscheidung geholfen oder Anregung gegeben Neues auszuprobieren

Viel Spaß beim Zeichnen